KulturPhilosophie

Kultur als gestaltende göttliche Kraft im Leben des einzelnen und des Volkes

Johann Gottfried Herder: »Ich sehe, daß ich nicht ewig in der Welt leben kann, ich habe nur kurze Zeit zu leben, ich sterbe; was heißt das: ich sterbe… bin ich dann nicht mehr, oder bin ich noch? Hört alsdann mein ganzes Dasein auf, oder trete ich ein neues Dasein an? Ich fühle jetzt in mir Gedanken, Wünsche, Empfindungen, Begierden, werde ich sie immer fühlen, mir immer denkend bewußt bleiben, oder wird, wenn mein Pulsschlag stille steht, mein Herz erstarrt, mein Blut und Lebenssaft stockt, wird dann auch mein Gedanke, mein Empfinden, mein Bewußtsein aufhören, und wie ein erlöschendes Licht, wie ein schnellzuckender Blitz, wie eine vorüberfahrende Flamme in einem Augenblick sein und nicht mehr sein. Wenn ich noch sein muß, wo werde ich denn sein? Durch welche dunklen, finsteren, schrecklichen Wege werde ich denn in meine neue Bestimmung wandern sollen? Was wartet auf mich? – O Seele, unsterbliche Seele in mir, die ihre Unsterblichkeit ahndet, die ihr zukünftiges ewiges Dasein mit einem Schauder zum voraus fühlt, sprich, unsterbliche Seele, wie wird es denn sein, was mag dich erwarten.«

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