Privat

Erich Limpach

* 27. Juni 1899
10. Dezember 1965

„Er entstammte altem fränkischem Geschlechte und fühlte sich zeitlebens dem heimischen Boden verwurzelt. Der Mutter niederdeutscher Herkunft hielt er für Glück, denn so bekannte er: «Was von ihr in mir pulst, zügelt mein jähes Temperament und nimmt meinem Leben das Unstete.»
Ihm ist dieses Leben zu einem einzigen Gedichte geworden, das die schönsten Fernen unstet suchend, letzten Endes am fränkischen Herdfeuer sein köstliches Genügen fand. Nach Krieg und Zusammenbruch fühlte er sich berufen, mit Schrift und Wort das Chaos zu ordnen zu helfen. Seine Lyrik, die in seinen Spruchgedichte vollendete Ausformung erhält, ist ungekünstelt, genügt sich mit wenigen Takten, die sich aber immer zu beglückenden Sprachmelodien zusammenschließen. Seine Prosa, von verhaltenem Pathos getragen, enthält Geschichten, in denen er das Erhabene, das Grausame, das Erschütternde und die fränkisch durchsonnte Heiterkeit in den Zauber seiner unverwechselbaren Sprache kleidet. Sein kämpferischer Geist offenbart sich dort, wo es ihm gilt, sich in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. So schuf er, die Seele der Welt weit geöffnet, der Heimat unlösbar verbunden, ein Werk, das nicht nur von seinem hohen dichterischen Können, sondern auch von seinem edlen, der Wahrheit verpflichteten Menschentum, Zeugnis ablegt.“

(Der Text stammt von Richard Hauptmann auf: frankenland.franconica.uni-wuerzburg.de)

Gedichte/Lieder von 

Erich Limpach

Weißdorn mit Früchten
Nun löscht der Wind

Nun löscht der Wind in zärtlichem Verwischen

das letzte Weiß aus sacht verblühten Büschen.

Die jungen Blätter wurden dunkelnd groß.

Der Frühling weicht, und in des Sommers Schoß beginnt der Weg zu unsichtbarem Reifen.

(…)

Schmetterling auf Blume

Nimm
der Blüte Leben
als ein Antwort geben
auf die stillen Fragen,
die, vom Wind getragen,
über allen Landen
hin zum Herzen fanden.